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Der Historismus (1830-1900)

Mit dem 19. Jahrhundert öffnete sich den Menschen der Blick für die Schönheiten in den Schöpfungen der Vergangenheit (Historismus!). Dieser Bezug zur Tradition hatte aber zur Folge, dass künstlerische Neuschöpfungen ausblieben.

Hamburger Rathaus Kirche des Historismus

 

 

 

 

 

 

 

In der Baukunst wurden vergangene Stilepochen kopiert (Neuromanik, Neugotik u.a.), um an die Bedeutung jener Zeiten zu erinnern. Im Späthistorismus wird die Orientierung an die Renaissance durch eine Orientierung an den Barockstil (Neobarock) abgelöst. Daher fehlen dem Historismus fast alle Merkmale selbstständiger Einheitlichkeit und eigener künstlerischer Ausdruck. Der Begriff "Historismus" wird erstmals 1925 verwendet.

Schweriner Schloss

Die eng an die Architektur gebundenen Möbelentwürfe orientieren sich an den Stilstufen vergangener Jahrhunderte. Da alle Stile in allen Ländern verarbeitet wurden sprach man auch von Eklektizismus.

 

Es war eine Frage des Geschmackes bzw. der politischen Situation was jeweils genommen wurde: Neorokoko, Neogotik, Neorenaissance, usw.

In Deutschland bildete sich mit Karl Friedrich Schinkel zunächst ein ausgeprägter Klassizismus aus. Mit den 1830er Jahren begannen sich stilistische Mischformen durchzusetzen.

Haus des Historismus

Die Industrie spielt ist das Kennzeichen vom Zeitalter des Historismus:

Der 4. Stand der Arbeiter bildete sich aus.

Mietwohnungsblock

 

Die Fabriken und auch die Manufakturen in den Städten benötigten eine große Menge von Menschen, welche in den Mietskasernen mit den kleinen, armseligen und engen Wohnungen lebten.

Semperoper in Berlin

In der Zeit nach dem Biedermeier um 1830 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Stilneuauflagen auf unübersehbare Weise ineinander über. Eine chronologische Entwicklung ist daher nicht leicht darzustellen, um den Historismus zu umfassen.

Die Wohnungen der Bürgerhäuser glichen Museen, die jeder Sachlichkeit entbehrten. Es herrschte ein absolutes Chaos, in welchem alles auffindbare zusammengewürfelt wurde.

Wohnraum

Ein Vergleich des Innenraums mit einem Trödelladen ist durchaus berechtigt.

Spiegelkommode

Man kaufte nicht mehr Einzelmöbel, sondern "Stilgerechte Garnituren" und damit viel unnötiges Zeug, wie Quasten, Troddeln, Kronleuchter, künstliche Palmen u.a. Küchen wurden in Keller untergebracht, Badezimmer waren selten.

Mode des Historismus

In der Kleidung der Dame nahm die Fülle der Röcke immer mehr zu. Der Reifrock allein reichte nicht mehr

aus, so kam die Schleppe hinzu.
Der Herr bevorzugte enge Hosen, dazu ein loses Jackett mit breitem Revers zur Erzielung einer stattlichen und weltöffentlichen Wirkung.

 

 

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